#384: Wenn alte Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren
Der Espresso läuft durch, während die Nachrichtenlage dieser Tage alles andere als ruhig wirkt. Krieg im Nahen Osten, steigende Ölpreise und ein Autobauer, der an seinem Geschäftsmodell zweifelt. Manchmal braucht es nur einen kurzen Blick auf die Märkte, um zu erkennen, dass sich gerade etwas Größeres verschiebt.
Espresso-News im Überblick:
👉 Der Ölpreis ist von rund 70 auf über 100 Dollar je Barrel gestiegen. Ein Grund liegt in der geopolitischen Spannung rund um die Straße von Hormus – eine nur rund 40 Kilometer breite Meerenge, über die etwa 30 % des global gehandelten Öls transportiert werden.
👉 Europa diskutiert wieder intensiver über seine Energiezukunft. Frankreich und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen treiben eine neue Nuklear-Offensive voran. Mittlerweile zählen rund 16 europäische Staaten zum Lager der Atomkraftbefürworter.
👉 Während über Energiepolitik gestritten wird, geraten Europas Industriekonzerne zunehmend unter Druck. Volkswagen meldet einen Gewinneinbruch auf 8,9 Milliarden Euro. Besonders auffällig: Die Porsche-Sparte schwächelt deutlich, während ausgerechnet Skoda aktuell die höchste Umsatzrendite im Konzern erzielt.
👉 VW-Chef Oliver Blume schlägt ungewohnt nachdenkliche Töne an. Das Geschäftsmodell, das die deutsche Autoindustrie über Jahrzehnte erfolgreich gemacht hat, sei in dieser Form nicht mehr zukunftstauglich.
Mein Wochen-Resümee:
Manchmal sind es nicht Krisen, die den größten Wandel auslösen. Sondern der Moment, in dem alte Erfolgsmodelle plötzlich nicht mehr funktionieren. Genau das scheint Europa derzeit zu erleben. Der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter nannte diesen Prozess „schöpferische Zerstörung“. Altes verschwindet, damit Neues entstehen kann.
🔻Die ganze Kolumne findest du unter folgenden Links:
Logbuch-Serie: Kleine Zeitung
e-fundresearch: Börsenbarometer
FH JOANNEUM: Wöchentlicher Börsenbrief